Bei dem Thema Kinder und Erziehung fällt mir immer ein Spruch ein, der bestimmt schon so alt ist, wie die Menschheit selber: Die Erziehung der Kinder kostet Nerven, mehr Nerven kosten nur noch Kinder ohne Erziehung.
Die meisten der folgenden Tipps und Anregungen zur Erziehung der Kinder haben wir im Laufe der Jahre von Freunden, Bekannten und Verwandten bekommen. Wahrscheinlich sind diese Tipps nicht alle super pädagogisch, aber wir sind auch keine ausgebildeten Erzieher, sondern ganz normale Eltern. Wir sind auf jeden Fall bisher in der Erziehung unserer Kinder ganz gut damit gefahren, und würden uns freuen, wenn diese Tipps noch mehreren Eltern helfen könnten, Ihre Nerven ein wenig zu schonen.
Einen treffenden Ratschlag einer meiner Nachbarinnen vornweg: "Du kannst 10 Kinder haben und ziehst sie doch alle anders groß." Also nicht verzweifeln, wenn Sie hier einen Tipp finden, der bei einem Ihrer Kinder hilft, aber den Rest Ihrer Rasselbande völlig kalt lässt.
Von Anfang an den Kindern zeigen, was Sie dürfen, und was nicht. Wenn sie keine Grenzen kennen, welche sollen Sie dann einhalten?
Konsequent bleiben mit Ihrer Entscheidung, sonst werden die Kinder verunsichert "Na, darf ich nun oder nicht?" ….und machen, was sie wollen.
Die eigenen Entscheidungen selbst immer wieder kritisch betrachten: Macht das auch Sinn, was da gerade erlaubt, verboten oder festgelegt wurde? Wenn ich selber dadurch zu einer anderen Meinung gelange, bekommt das Kind oder der Rest der Familie erklärt, warum ab sofort in solchen Fällen andere Regeln in der Erziehung gelten.
Wenn ich bei einem Problem nicht so richtig weiß, wie ich entscheiden soll, überlege ich mir, was ich mir als Kind für eine Reaktion von meinen Eltern gewünscht hätte. Dann schau ich, ob das für uns als Eltern und erziehungsmäßig akzeptabel ist. Und dann gibt es ein Himmeldonnerwetter oder eben auch nicht.
Wir erwarten, dass sich die Kinder bei der betreffenden Person entschuldigen, wenn Sie Mist gebaut haben. Genau so entschuldigen wir uns aber auch bei den Kindern, wenn wir in Stress und Hektik leicht neben der Spur lagen.
Alles was versprochen wurde, wird eingehalten, gerade gegenüber den Kindern. Wenn Sie von Anfang an nicht wissen, ob Sie Ihr Versprechen halten können, erklären Sie dem Kind, dass Sie es versuchen, aber nicht versprechen können.
Bei unseren Entscheidungen steht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt und nicht das der Schwiegermutter, der Schule oder anderer "wichtiger" Leute. So können Sie z.B. viel Nerven sparen, wenn Ihr Kind trotz aller Talentiertheit und Erwartungen anderer nicht in den Schulchor muss, wenn es das selber nicht will. Aber erst mal wird Sie das Nerven kosten, allen Andersdenkenden Ihre Meinung klar zu machen.
Sie bekommen ständig Druck von "Freunden" deren Kinder immer alles eher, schneller oder besser können? Denken Sie mal nach, wo bei Ihren Kindern die Stärken liegen und bei den anderen die Schwächen. Finden Sie nicht? Noch mal nachdenken, jedes Kind hat Stärken und Schwächen. Danach einmal freundlich aber scharf "zurückschießen". Z.B. mit passenden Sprüchen wie: "….dafür hat meins noch Spaß am Leben" oder "ja genau, ich habe schon gemerkt, dass Deinem Kind der Erfolg zu Kopf
gestiegen ist."
Hat
nichts gebracht? Dann das Thema bei nächster Gelegenheit ganz klar zur Sprache bringen. Sagen Sie, dass Ihnen das nicht gefällt. Sonnst bekommen Sie damit nie Ruhe.
Ihr Kind hat unabsichtlich aber grob fahrlässig etwas kaputt gemacht? Sparen Sie Ihre Nerven und haken Sie es ab unter "Ausbildungsverluste". Hausarrest, Fernsehverbot und Gemecker machen es außerdem auch nicht wieder ganz. Garantiert haben Sie als Kind auch irgendwas zerlegt. Wir haben mal eine Stalltür zum Floß umfunktioniert. Die hatte sich im Wasser allerdings so voll gesogen, dass wir Kinder die nicht wieder zurückgetragen bekamen. In solche Fällen von dumm gelaufen bekommt unser Nachwuchs
ca. 2 Stunden
Zeit, seine Strafe selbst auszudenken. Außerdem ist ein Vorschlag fällig, wie er den Schaden zu beheben gedenkt.
Jeder im Haushalt hat altersgerechte Tagesaufgaben. Unserer Meinung nach sind Eltern z.B. mit Blumengießen und Abwasch wegräumen völlig unterfordert. Deshalb machen das die Kinder. Wann die Aufgabe erledigt wird, ist dabei dem Kind überlassen. Bis zur Schlafenszeit muss allerdings alles erledigt sein.
Sie wissen sich manchmal keinen Rat mehr? Manchmal reicht ein ganz kleiner Tipp von guten Freunden um große Probleme schnell aus der Welt zu schaffen. So war die Neurodermitis unseres Jüngsten schon 2 Wochen nach einem Tipp von Freunden kein Problem mehr. Vorher hatte er den ganzen Körper voller Flecke und ich war den ganzen Tag nur mit Cremen und Arztbesuchen beschäftigt.
Und wenn Sie niemanden haben, der Ihnen einen Rat geben kann? Dann lesen Sie mal "Der kleine Erziehungsberater" von Axel Hacke.
Bücher.de meint dazu: "Ihr Sohn rülpst unentwegt? Ihr Schlafdefizit hat die 400 Stunden bereits weit überschritten? Ihre lieben Kleinen haben im Garten bereits ein Grab für Sie angelegt? Seien Sie beruhigt: Sie sind nicht allein!" Axel Hacke schreibt urkomisch über seine Kinderbande und hat damit seit dem Erscheinen des Buches vor genau 15 Jahren über eine Million Erziehungsberechtigten Trost und Erleichterung gespendet. Die Süddeutsche Zeitung trifft es noch genauer "Wo ganze
Schrankladungen seriöser Ratgeber
kläglich versagt haben, hat Hacke ins Schwarze getroffen."
Wenn Sie wissen möchten, was es noch alles zum Thema Erziehung gibt, oder ein spezielles Problem haben, brauchen Sie in das folgende Suchfeld nur ein dementsprechendes Stichwort einzugeben: zum Beispiel "Erziehung" oder "Buch Erziehung". Vor Kurzem habe ich bei Buecher.de sogar eine sehr preiswerte DVD von der aus dem Fernsehen bekannten Super Nanny Katharina Saalfrank gesehen.
Haben Sie noch einen anderen Tipp oder Trick, der Ihre Nerven schont bei der Erziehung Ihres Nachwuchses? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie Ihn uns mitteilen, und wir Ihren Tipp an dieser Stelle mit einfügen dürfen.