Rubrik: Arbeit sparen
Arbeit sparen im Garten
Sie haben einen wunderschönen Garten und wenn nicht die ganze Arbeit wäre, hätten Sie sogar Zeit sich zu erholen? Für mich ist Gartenarbeit eigentlich Freizeit und Entspannung. Leider habe ich wenig Zeit dafür. Deshalb habe ich uns vorsichtshalber gleich einen Arbeitsspargarten geplant und gestaltet.
Das Schwierige dabei ist, dass ein Arbeitsspargarten und ein von Frühjahr bis Herbst bunt blühender Garten sich widersprechen. Die meisten schönen Dinge sind eben oft sehr pflege- und arbeitsaufwändig. So ein Garten erfordert schon im Vorfeld eine genaue Planung. Das kostet zwar erst einmal ein wenig Zeit, erspart Ihnen aber im Nachhinein viel Arbeit.
Unser Tipp für große Familien und viele Wünsche: schreiben Sie sich zuerst eine Wunschliste. Was ist Ihnen wichtig, was sollte Ihr Garten bieten, was wollen Sie auf keinen Fall?
Einige Anregungen, was es alles zu bedenken gibt bei der Gartenplanung:
Was soll alles in den Garten rein?
Sehr beliebt sind: Gartenhaus, Baumhaus, Spielhaus oder Spielzeughaus, Gartenteich, Terrasse mit Grill, Hecken zur Abgrenzung der Sitzecke, Obstbäume, Obststräucher, Ziersträucher, Gemüsebeete, Kräuterschnecke, Kompost, Spielecke mit Sandkasten, Schaukel, Basketballkorb, Drahtseilbahn und Kletterseil. Befindet sich der Garten direkt am Haus, steht die Frage, ob es für die Wäsche einen Wäscheplatz mit viel Platz zwischen den Wäscheleinen
oder eine platzsparende
Wäschespinne
geben soll.
Wie stellen Sie sich Ihren Traumgarten vor?
Viel Platz für die Kinder und Ihren bewegungsfreudigen Hund?
Große Obstbäume, die viel Schatten spenden und Singvögeln Nistmöglichkeiten bieten? (brauchen viel Platz, machen mehr Arbeit als Viertelstämmer, ist aber zum Beispiel für mich gerade das Paradies am Garten)
Osterzweige und Zweige für Weihnachtsgestecke, Beetabdeckung etc. sollen von Bäumen und Sträuchern aus dem eigenen Garten sein? (ist eine super Kosten-
und Zeitsparmaßnahme
für
später)
Wege,
Sitzecke etc. sollen mit Naturmaterialien gebaut werden? (Vorteil: Keine Verwendung von Beton, kein Betonpflaster oder andere Materialien, die bei späteren Änderungen Müll, Bauschutt und damit Kosten für die Entsorgung verursachen.)
Ärgersparmaßnahmen für später:
Achten Sie bei der Planung im Garten auf Gefahrenquellen für die Kinder - keine Giftpflanzen, keine ungesicherten Böschungen, Teiche etc.
Die Beete sollten nicht im Schatten der großen Bäume liegen. (Erdbeeren die schmecken sollen, brauchen viel Sonne.)
Zum Glück haben wir danach eine richtige Gartenplanung mit Zeichnung am PC gemacht. Wir hatten uns total verschätzt, wie viel Platz so eine Hecke wegnimmt oder wo die Bäume gepflanzt werden müssen, wenn man den Mindestabstand zum Nachbarn einhält. So haben wir die Zeichnung bestimmt noch 5 Mal abgeändert, bis alles Platz hatte und perfekt gepasst hat. Nur gut, dass das per Computer so schnell geht.
Am besten fand ich dabei die Funktion "Bäume und Sträucher wachsen lassen". Das hat uns erst Mal die Augen geöffnet, wie viel Platz man bei der Pflanzung lassen muss, damit es in 10 oder 20 Jahren nicht zu eng wird.
Eine große Auswahl an 3D-Gartenplanern
finden Sie bei Buecher.de
Unsere Arbeit – Spartipps für die Gartenplanung:
- Planen Sie den Garten so flexibel wie möglich, damit er an spätere Anforderungen ohne großen Aufwand angepasst werden kann.
- Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Planung. Umgeplant ist schnell, späteres Umpflanzen oder gar eine Gartenlaube mal fix 2 Meter weiterrücken ist dagegen nicht nur schwieriger, sondern auch mit viel mehr Arbeit verbunden.
- Machen Sie bei größeren Gärten, Bauvorhaben oder größeren Anpflanzungen auf jeden Fall vorher eine Skizze, möglichst maßstabsgerecht. Sie werden staunen, wie wenig Platz an einigen Ecken und Kanten ist, wo Sie mit wesentlich mehr Platz gerechnet hätten.
- Planen Sie nur so viele Bäume, Sträucher, Blumen und Beete, wie für den Eigenbedarf benötigt werden - kein Obst und Gemüseanbau, der nicht dem Geschmack der Familie entspricht. Alles was Sie mehr anbauen, macht nur unnötig Arbeit bei der Pflege, der Ernte und der Verarbeitung. Zusätzlich nimmt es Ihnen im Vorratsraum unnötig wichtigen Platz weg - und staut sich, weil es sowieso niemand wirklich essen mag.
- Planen Sie ein, dass Bäume und Sträucher in 10 oder 20 Jahren wesentlich mehr Platz brauchen, als kurz nach der Pflanzung.
- Denken Sie schon bei der Planung an die Rechte Ihrer Nachbarn. Regional gibt es große Unterschiede, welche Abstände (große!) Bäume zum Nachbargrundstück aufweisen müssen. Mit einem kurzen Anruf bei der Stadtverwaltung oder im Gemeindeamt können Sie späterem Ärger vorbeugen. Verlassen Sie sich nicht auf die mündliche Zusage Ihres Nachbarn, dass er sich über Schatten auf seiner Terrasse freut. Was wird, wenn Sie einen neuen Nachbarn bekommen, weil Ihr Nachbar im Lotto gewinnt und auswandert?
- Wenn Ihr Garten an einem Hang liegt: Terrassieren Sie die Beetfläche, das spart bei der späteren Pflege viel doppelte Arbeit. Zu dieser Erkenntnis gelangten wir bei einem Blick in den Nachbargarten nach einem Starkregen - die Beete sind leicht abschüssig, es war viel Erde und Samen den Hang runter gespült. Wir haben unseren Hang begradigt - den Beeten war nichts passiert.
- Sprechen Sie die Planung mit der ganzen Familie ab, zwei Leute haben immer mehr gute Ideen, als einer. Vielleicht träumt Ihr Partner auch von einer völlig anderen Gartenaufteilung. Das spart später nicht nur Arbeit, sondern auch Streit mit dem Partner.
Unsere Arbeit–Spartipps für Ihre Gartenpflege:
Nun ist schon seit einigen Jahren etliches gebaut, gepflanzt und gewachsen. So können wir Ihnen jetzt einige Tipps und Tricks verraten, die sich beim Arbeit sparen im Garten bewährt haben:
- In den Blumenbeeten pflanzen wir bevorzugt mehrjährige Gewächse. Das spart schon Arbeit beim Besorgen der Pflanzen bzw. des Samens und natürlich beim Pflanzen selbst.
- Vor jeder verfügbaren Dachrinne steht ein Wasserfass. (Auch den Nachbarn haben wir "angezapft".) So ist nicht nur ausreichend Gießwasser vorhanden, sondern sind auch noch die Wege zwischen Fässern und Beeten immer sehr gering. Die Dachrinne im Bild rechts gießt gleich eine Kletterpflanze, welche wir direkt darunter angepflanzt haben. Ein echter Multifunktionsspartipp – spart Arbeit, Zeit, Wege und Kraft. Außerdem ist die Dachrinne auch gleich noch hübsch weggetarnt (im Sommer, hier ein Winterbild).
- Die alten und kaputten Obstbäume mit schlechtem Ertrag haben wir durch junge Obstbäume ersetzt. So brauchen wir uns jetzt nicht mehr sinnlos um minikleines Fallobst kümmern, müssen es nicht ständig zusammenlesen um es wegzuschmeißen, sondern haben auch Verwendung für das geerntete Obst.
- Als Rankpflanzen werden nur langsam wachsende Arten verwendet. Da dauert es zwar etwas länger, bis alles begrünt ist, aber wir haben auch wesentlich weniger Arbeit, weil wir die Pflanzen nicht ständig verschneiden müssen.
Wenn der größte Teil Ihrer Gartenarbeit darin besteht, Rasen zu mähen, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob wirklich alles gemäht werden muss. Überlassen Sie doch den Teil des Rasens der Natur, wo Sie eh das ganze Jahr nur ein- oder zweimal drüber laufen. Anstatt sich dort alle 14 Tage mit dem Rasenmäher
Stress zu machen,
hauen Sie es einmal im Herbst mit der Sense. Wir lassen jedes Jahr größere Ecken Brennnesseln für die Schmetterlinge stehen. Um Nachbarschaftsstreit (Rüberwuchern) zu vermeiden halten wir aber den Zaunbereich "sauber". Die Natur dankt es uns jedes Jahr im Sommer mit einer Unmenge an Schmetterlingen. Dieses Jahr hatten wir sogar schon 4 Taubenschwänzchen dabei.
Was uns bei der Gartenpflege sehr hilfreich ist:
Buchtipp für Ihre Gartenpflege: "Handbuch für den Garten", Werner Curth, Ursula Tabbert, Verlag für die Frau, 2. Auflage, Leipzig 1984, hat auf Grund des Alters keine ISBN
Das Buch hilft Ihnen prima weiter, wenn Sie nicht wissen, für welche Sorte von Bäumen und Sträuchern Sie sich bei der großen Auswahl entscheiden sollen. Außerdem gibt es viele Tipps zu Fragen der Pflanzzeiten, Schnitt,
Pflege, Fruchtfolge, Bodenbeschaffenheit etc.
Buchtipp für Ihre Gartenpflege: "600 Ratschläge für den Gemüsegarten", Franz Böhmig, Neumann-Verlag, 8. Auflage, Leipzig-Radebeul 1990, ISBN: 3-7402-0081-2
Hier ist alles drin, was Sie wissen müssen, wenn Sie Gemüse im Garten anbauen wollen. Mein persönliches Lieblingsbuch, weil es so herrlich lustig illustriert ist.
Zu diesen beiden Büchern kann ich Ihnen leider keinen Link legen, weil Sie so alt sind, dass sie im Buchhandel nicht mehr erhältlich sind. Aber versuchen Sie es doch von Zeit zu Zeit mal im Antiquariat.
Sehr hilfreich bei der Gartenpflege ist natürlich das richtige Gartengerät in guter Qualität. Universell einsetzbar und top in der Handhabung finden wir zum Beispiel den Westfalia - Gartenkultivator 4 in 1. Im Handumdrehen wird aus der Gartenkralle ein Hohlpflanzer, ein Belüfter oder ein Unkraut- bzw. Distelstecher.
